Automatisierung

Was sich in kleinen Unternehmen zuerst automatisieren lässt: 12 Vorgänge mit Aufwand, Nutzen und Preis

Von Veröffentlicht 28.09.2026 Aktualisiert 28.09.2026 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Zuerst automatisieren sollten kleine Unternehmen Vorgänge, die oft vorkommen, festen Regeln folgen und digital ankommen: Posteingang, Website-Anfragen, Nachfassen, Zahlungserinnerungen, Belege und Rechnungseingang. Einfache Abläufe mit einem System kosten bei uns ab 990 € netto, mit KI-Entwurf und Freigabeschritt ab 1.490 €, Dokumentenverarbeitung ab 2.490 €.

Inhalt
  1. Woran erkennen Sie einen guten ersten Kandidaten?
  2. Welche 12 Vorgänge eignen sich für den Anfang?
  3. Wie priorisieren Sie nach Aufwand und Nutzen?
  4. Warum lohnt sich der Rechnungseingang gerade jetzt?
  5. Welche Vorgänge sollten Sie nicht zuerst automatisieren?
  6. Wann reicht ein Tool, und wann lohnt eine Katalog-Lösung?
  7. Wie gehen Sie konkret vor?

Die meisten kleinen Unternehmen wissen, dass sich etwas automatisieren lässt, aber nicht, womit sie anfangen sollen. Wir zeigen zwölf Vorgänge, die sich für den Einstieg eignen, jeweils mit typischem Aufwand, passender Lösung aus unserem Katalog und Festpreis. Dazu eine Matrix, mit der Sie Ihre eigene Reihenfolge festlegen.

Woran erkennen Sie einen guten ersten Kandidaten?

Ein guter erster Kandidat erfüllt vier Bedingungen. Er kommt oft vor, mindestens jede Woche, besser jeden Tag. Er folgt Regeln, die Sie einer neuen Kollegin in zehn Minuten erklären könnten. Die Eingangsdaten kommen digital an, per Mail, Formular, PDF oder aus einem System mit Schnittstelle, also einem technischen Zugang, über den Programme Daten austauschen. Und ein Fehler hat begrenzte Folgen, weil ein Mensch vor dem Versand oder der Buchung freigibt.

Viele Betriebe stehen noch am Anfang. Laut Statistischem Bundesamt nutzten im Jahr 2025 26 Prozent der Unternehmen ab 10 Beschäftigten KI-Technologien, bei 10 bis 49 Beschäftigten waren es 23 Prozent (abgerufen am 28.09.2026). Für den Einstieg heißt das: Das erste Projekt sollte klein, messbar und schnell im Alltag spürbar sein. Ein großes Vorhaben, das nach sechs Monaten noch im Test steckt, schadet dem Thema im Haus mehr, als es nützt.

Automatisierung heißt bei uns nicht, dass niemand mehr hinschaut. Die Lösung liest, sortiert, rechnet und schreibt Entwürfe. Sie entscheiden. Das macht den Einstieg auch für Betriebe ohne eigene IT beherrschbar.

Welche 12 Vorgänge eignen sich für den Anfang?

Die Spalte zum Aufwand zeigt Erfahrungswerte aus unseren Lösungsbeschreibungen, keine Messung in Ihrem Betrieb. Stoppen Sie für Ihre drei Kandidaten eine Woche lang selbst die Zeit, dann haben Sie eine belastbare Zahl. Alle Preise sind Festpreise ab Standardumfang, netto.

Vorgang Typischer Aufwand heute (Schätzung) Lösung Klasse ab-Preis
Posteingang sichten eine halbe Stunde am Morgen Posteingang täglich zusammenfassen S 990 €
Dateien benennen und ablegen eine Stunde oder mehr pro Woche Dokumente automatisch ablegen S 990 €
Bei offenen Angeboten nachfassen 10 Minuten je Nachfass-Mail, wenn es passiert Nachfassen automatisieren S 990 €
Website-Anfragen erfassen 15 bis 25 Minuten je Anfrage Anfragen ins CRM übernehmen M 1.490 €
Gesprächsnotizen nacharbeiten 25 bis 30 Minuten je Termin Gesprächsnotizen ins CRM M 1.490 €
Zahlungserinnerungen schreiben ein halber Tag im Monat Zahlungserinnerungen vorbereiten M 1.490 €
Belege und Reisekosten erfassen mehrere Stunden im Monat Belege automatisch erfassen M 1.490 €
Bewertungen beantworten 10 bis 20 Minuten je Bewertung Bewertungen mit Freigabe beantworten M 1.490 €
Lieferantenangebote vergleichen ein bis zwei Stunden je Vergleich Lieferantenangebote vergleichen M 1.490 €
Eingangsrechnungen erfassen 8 bis 15 Minuten je Rechnung Rechnungseingang automatisieren L 2.490 €
Sammelpostfach sortieren eine bis zwei Stunden am Tag E-Mail-Eingang sortieren L 2.490 €
Standardangebote schreiben 45 bis 70 Minuten je Angebot Angebote aus Vorlagen L 2.490 €

Die Klassen stehen für den Umfang. Klasse S ist eine klar umrissene Automatisierung mit einem System, Lieferung in 5 Werktagen. Klasse M verbindet zwei Systeme oder schreibt mit KI Entwürfe, die ein Mensch freigibt, Lieferung in 5 bis 10 Werktagen. Klasse L umfasst Dokumentenverarbeitung oder Sortierung mit Weiterleitung über zwei bis drei Systeme, Lieferung in 10 bis 15 Werktagen. Jedes weitere System kostet 390 € Aufschlag, Mehrsprachigkeit 290 €. Die vollständigen Stufen stehen auf der Preisseite.

Wie priorisieren Sie nach Aufwand und Nutzen?

Der Aufwand für die Umsetzung ist leicht abzulesen: Er folgt der Klasse. Der Nutzen hängt von Ihrer Menge ab. Eine einfache Rechnung reicht: Anzahl im Monat mal Minuten je Vorgang. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: 40 Website-Anfragen im Monat mal 20 Minuten ergeben gut 13 Stunden. Sinkt die eigene Zeit auf 3 Minuten je Anfrage, bleiben 2 Stunden. Dazu kommt, was sich schlecht in Minuten ausdrücken lässt: Anfragen, die nicht mehr liegen bleiben, Mahnungen, die jede Woche statt einmal im Quartal rausgehen, Angebote, die am selben Tag beim Kunden sind.

Die Matrix ordnet die zwölf Vorgänge bei typischem Volumen ein. Ihr eigenes Volumen kann einen Vorgang verschieben. Wer 300 Rechnungen im Monat bekommt, zieht den Rechnungseingang nach vorn. Wer zwei Bewertungen im Monat hat, lässt sie liegen.

Priorisierungsmatrix: Aufwand und Nutzen der 12 VorgängeVier Felder. Links oben, geringer Aufwand und hoher Nutzen, zuerst umsetzen: Posteingang-Überblick, Nachfassen bei Angeboten, Website-Anfragen ins CRM, Gesprächsnotizen ins CRM, Zahlungserinnerungen. Rechts oben, höherer Aufwand und hoher Nutzen, einplanen: E-Mail-Eingang sortieren, Rechnungseingang, Angebote aus Vorlagen. Links unten, geringer Aufwand und geringerer Nutzen, nebenbei mitnehmen: Dokumentenablage, Bewertungen beantworten, Belege und Reisekosten, Lieferantenangebote vergleichen. Rechts unten, hoher Aufwand und geringer Nutzen: seltene Einzelfälle mit viel Sonderlogik zurückstellen.Zuerst umsetzenPosteingang-Überblick (S)Nachfassen bei Angeboten (S)Website-Anfragen ins CRM (M)Gesprächsnotizen ins CRM (M)Zahlungserinnerungen (M)EinplanenE-Mail-Eingang sortieren (L)Rechnungseingang (L)Angebote aus Vorlagen (L)Hoher Nutzen, dafür 10 bis 15 WerktageNebenbei mitnehmenDokumentenablage (S)Bewertungen beantworten (M)Belege und Reisekosten (M)Lieferantenangebote (M)ZurückstellenSeltene Einzelfällemit viel Sonderlogikoder ohne feste RegelnNutzen: Zeitgewinn und WirkungUmsetzungsaufwand: Klasse S und M links, Klasse L rechts
Priorisierungsmatrix: Aufwand nach Klasse, Nutzen als Einschätzung bei typischem Volumen. Links oben fangen Sie an.

Das Feld links oben ist der Startpunkt: wenig Umsetzungsaufwand, spürbarer Nutzen, Lieferung in 5 bis 10 Werktagen. Rechts oben stehen die Vorgänge mit dem größten Hebel, die aber mehr Vorbereitung brauchen, etwa Beispielrechnungen, Kontierungsregeln oder Preislisten. Diese planen wir als zweiten oder dritten Schritt ein, wenn der erste Ablauf läuft und Ihr Team gesehen hat, wie der Freigabeschritt funktioniert.

Warum lohnt sich der Rechnungseingang gerade jetzt?

Der Rechnungseingang steht in vielen Betrieben ohnehin auf der Liste, weil sich die Regeln geändert haben. Nach den Fragen und Antworten des Bundesfinanzministeriums müssen inländische Unternehmen seit dem 1. Januar 2025 E-Rechnungen empfangen können, also Rechnungen mit maschinenlesbarem Datensatz. Für das Ausstellen gelten Übergangsfristen bis Ende 2026, bei einem Vorjahresumsatz bis 800.000 € bis Ende 2027 (abgerufen am 28.09.2026).

Für die Automatisierung ist das eine gute Nachricht. Bei einer E-Rechnung liest die Lösung Lieferant, Beträge und Positionen direkt aus der Datei, statt sie aus einem PDF zu erkennen. Das macht den Ablauf verlässlicher. Weil in der Übergangszeit aber weiter PDFs und Scans kommen, muss die Lösung beides können. Genau das kostet mehr Aufwand als ein reiner Mail-Ablauf und begründet die Klasse L.

Welche Vorgänge sollten Sie nicht zuerst automatisieren?

Drei Gruppen stellen wir bewusst zurück. Erstens seltene Einzelfälle: Was dreimal im Jahr vorkommt und jedes Mal anders aussieht, spart nach der Automatisierung kaum Zeit, braucht aber dieselbe Pflege.

Zweitens Vorgänge ohne feste Regeln. Wenn zwei Personen im Haus denselben Fall unterschiedlich behandeln, klären Sie zuerst die Regel. Eine Automatisierung macht einen unklaren Ablauf nicht klarer, nur schneller.

Drittens Entscheidungen über Menschen. Systeme, die Bewerbungen sichten, filtern oder bewerten, zählen nach Anhang III Nr. 4 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689 zu den Hochrisiko-Systemen. Nach der Änderungsverordnung (EU) 2026/1744, dem sogenannten Digital Omnibus, gelten die Pflichten für solche Systeme ab dem 02.12.2027 (Stand 28.09.2026). Unsere Lösung für den Bewerbungseingang trifft deshalb keine Entscheidung und kommt mit Dokumentation. Als erstes Projekt empfehlen wir sie trotzdem nicht, weil sie mehr Abstimmung mit Personalverantwortlichen und Betriebsrat braucht als ein Ablauf im Vertrieb oder in der Verwaltung. Das ersetzt keine Rechtsberatung.

Wann reicht ein Tool, und wann lohnt eine Katalog-Lösung?

Nicht jeder der zwölf Vorgänge braucht uns. Ein Formular, das eine Zeile in eine Tabelle schreibt, bauen Sie mit Zapier oder Make an einem Nachmittag selbst. Auch eine einfache Weiterleitungsregel im Postfach ist schneller eingerichtet als jedes Projekt. Welches Werkzeug für welchen Zweck passt, vergleichen wir im Artikel n8n, Make oder Zapier. Wie Sie sich die Werkzeuge selbst erschließen, zeigt Jean Hinz persönlich auf jeanhinz.io.

Eine Katalog-Lösung lohnt sich, sobald ein Sprachmodell Texte verstehen oder schreiben soll, sobald zwei oder mehr Systeme beteiligt sind oder sobald der Ablauf geschäftskritisch ist. Dann kommen Fragen dazu, die ein Tool nicht beantwortet: Wie testen wir mit echten Daten? Was passiert, wenn eine Schnittstelle nachts ausfällt? Wer passt die Prompts an, also die Anweisungen an das Sprachmodell, wenn sich ein Modell ändert? Eine ehrliche Rechnung mit Ihren eigenen Stunden finden Sie im Artikel Selbst bauen oder bauen lassen.

Wie gehen Sie konkret vor?

Wählen Sie aus der Tabelle die drei Vorgänge, die Sie am meisten Zeit kosten, und messen Sie eine Woche lang. Dann nehmen Sie den Kandidaten aus dem Feld links oben der Matrix. Wir liefern ihn als Festpreis, testen mit 20 bis 50 echten Fällen aus Ihrem Alltag und übergeben mit Kurzanleitung, Runbook und 30 Tagen Fehlerbehebung. Den Ablauf beschreibt die Seite Vorgehen.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Vorgang zuerst dran ist, beginnt es mit dem Prozess-Scan für 490 € netto: 90 Minuten mit einem Bereich, danach drei bis fünf priorisierte Kandidaten mit Katalogpreis, Nutzenschätzung und Voraussetzungen, geliefert in 5 Werktagen. Der Betrag wird auf einen Folgeauftrag ab 1.490 € angerechnet. Nach dem Go-live übernehmen wir auf Wunsch den Betrieb ab 190 € im Monat. Alle Leistungen rund um Abläufe finden Sie unter KI-Automatisierung.

Quellen

  1. 1 Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen , Statistisches Bundesamt (Destatis), 28.09.2026
  2. 2 Fragen und Antworten zur Einführung der obligatorischen (verpflichtenden) E-Rechnung zum 1. Januar 2025 , Bundesministerium der Finanzen, 28.09.2026
  3. 3 Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung) , EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der EU, 28.09.2026
  4. 4 Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus zur KI-Verordnung) , EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der EU, 28.09.2026

Prüfhinweis: Zum 31.12.2026 prüfen: Katalogpreise und Lieferzeiten gegen pricing.ts, Destatis-Tabelle zur KI-Nutzung (neues Berichtsjahr), BMF-FAQ zur E-Rechnung und Fristen der KI-Verordnung nach Digital Omnibus.

Passende Lösungen aus dem Katalog

Vertrieb Klasse M

Lead-Erfassung mit Qualifizierung

Jede Anfrage aus Ihrem Website-Formular landet vollständig im CRM, mit Prioritätsvorschlag und Antwortentwurf, und der Anfragende erhält sofort eine Bestätigung mit Terminlink.

  • Website-Formular
  • Pipedrive oder HubSpot
Preis
ab 1.490 €
Lieferzeit
5 bis 10 Werktage

Verwaltung Klasse S

Tägliche Zusammenfassung des Posteingangs

Jeden Morgen bekommen Sie eine kurze Mail, die Ihren Posteingang sortiert: Neues nach Themen, Dringendes zuerst und Mails, die noch auf Ihre Antwort warten.

  • Outlook oder Gmail
Preis
ab 990 €
Lieferzeit
5 Werktage

Verwaltung Klasse L

Rechnungseingang erfassen und vorkontieren

Die Lösung liest Eingangsrechnungen aus, prüft sie gegen Bestellungen, schlägt die Kontierung vor und übergibt erst nach Ihrer Freigabe an die Buchhaltung.

  • Outlook oder Gmail
  • DATEV Unternehmen online
Preis
ab 2.490 €
Lieferzeit
10 bis 15 Werktage

Nächster Schritt

Angebot innerhalb eines Werktags

Beschreiben Sie in zwei Sätzen, was automatisch laufen soll. Sie bekommen ein Festpreisangebot mit Lieferzeit, oder eine ehrliche Antwort, wenn ein Werkzeug von der Stange reicht.

Zwei, drei Sätze reichen. Welche Systeme Sie nutzen, hilft uns beim Angebot.

Antwort mit Angebot innerhalb eines Werktags. Netto, für Unternehmen.

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