Symbolbild für die Zusammenarbeit von Mensch und Claude AI im Unternehmen: Ein Geschäftsmann schüttelt einer Roboterhand die Hand vor digitalem Hintergrund.

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Autor: Jean Hinz | KI Agentur powered by Jean Hinz | Stand: Jan 2026

Was ist Claude AI von Anthropic und wie lässt es sich im Unternehmen nutzen? – Vergleich mit ChatGPT & Google Gemini

Claude AI von Anthropic ist ein KI-Chatbot (Large Language Model), der besonders auf hilfreiche, unverfälschte und ehrliche Antworten trainiert wurde. Im Business-Kontext zeichnet sich Claude durch seine Fähigkeit aus, extrem lange Texte (200.000+ Tokens) zu analysieren und komplexe Fragen gründlich und vorsichtig zu beantworten.

Unternehmen – von Start-ups bis KMUs – nutzen Claude vor allem für umfangreiche Recherchen, Berichte und technische Analysen, während ChatGPT (OpenAI) sich stärker bei kreativen Brainstormings und Programmieraufgaben profiliert. Google Gemini wiederum integriert sich nahtlos in die Google-Tools und kann Echtzeit-Informationen aus Suche, E-Mails, Kalender usw. abrufen.

Kurz: Es gibt kein pauschal “bestes” KI-Modell – jede Option hat ihre Stärken für bestimmte Einsatzzwecke.

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Definition: Was ist Claude AI und wie grenzt es sich ab?

Claude AI ist der KI-Assistent des Unternehmens Anthropic, das 2021 von ehemaligen OpenAI-Forschern gegründet wurde. Die Entwicklung folgt dem Prinzip der „Constitutional AI“ – alle Antworten von Claude sind an drei feste Leitlinien gebunden: Hilfsbereitschaft (nützliche, klare Auskünfte), Unbedenklichkeit (keine gefährlichen oder irreführenden Inhalte) und Ehrlichkeit (eigene Unsicherheiten zugeben statt halluzinieren).

Nicht zu verwechseln mit ChatGPT von OpenAI oder Google Gemini: Claude ist eigenständig von Anthropic entwickelt und fokussiert auf tiefgehende, sichere Antworten statt auf maximale Unterhaltung. Es ist langsamer darin, einfach irgendetwas zu liefern, sondern hinterfragt lieber unklare Eingaben, anstatt etwas zu raten. Dadurch unterscheidet sich Claude deutlich von ChatGPT, das oft sehr selbstbewusst formuliert, aber gelegentlich auch Unsinn mit Überzeugung äußert.

Google Gemini (vormals Bard) verfolgt wiederum einen anderen Ansatz: Gemini ist tief in Googles Produktwelt integriert und wurde von Grund auf multimodal trainiert (versteht Text, Bilder, Audio, Video). Im Gegensatz zu Claude, das plattformunabhängig per API eingebunden werden kann, ist Gemini Google-nativ – es spielt seine Stärken besonders dann aus, wenn man ohnehin Gmail, Google Docs, Kalender & Co. nutzt.

Relevanz für Unternehmen: Warum Claude AI für KMUs wichtig ist

Generative KI hat seit Ende 2022 (Start von ChatGPT) rasant an Bedeutung gewonnen. Inzwischen gibt es mit Claude und Gemini mehrere leistungsfähige Alternativen, was neue Chancen für Unternehmen schafft – aber auch die Qual der Wahl.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) kann ein Tool wie Claude AI ein Game-Changer sein: Ohne große Investitionen oder eigenes Data-Science-Team erhalten KMUs Zugang zu einer KI, die zeitraubende Routineaufgaben automatisiert und Mitarbeitern zuarbeitet. Beispiele reichen vom Zusammenfassen langer Berichtsdokumente über Entwürfe für Marketingtexte bis zur Analyse komplexer Datensätze per natürlicher Sprache.

Wichtig ist dabei, die richtige Suchintention hinter der Nutzung zu treffen: Geht es um Information und Recherche, um kreative Inhalte oder um eine konkrete Handlung/Entscheidung? Claude eignet sich besonders für tiefgehende Informationen und Analysen, während ChatGPT oft mehr kreative Impulse liefert und Gemini aktuelle Fakten beisteuert.

Typische Fehler im Unternehmensalltag

  • Einseitiger Einsatz: Nur auf ein KI-Tool zu setzen, obwohl vielleicht eine Kombination bessere Ergebnisse liefert. (In einer Fallstudie konnte ein Team durch eine clevere Aufgabenteilung – ChatGPT für ~60% der Tasks, Claude ~30%, Gemini ~10% – 15-fach ROI in einem Monat erzielen.)
  • Blindes Vertrauen: Alle genannten Modelle klingen oft überzeugend, können aber auch falsche Auskünfte geben. Gerade im Business-Kontext sollte man kritisch prüfen, Quellen verlangen und bei Unsicherheiten eventuell eine zweite KI “gegenchecken” lassen. Claude versucht zwar, Unsicherheiten offen zu legen, aber auch hier gilt: vier Augen sehen mehr als zwei (bzw. vier “KI-Augen” mehr als zwei).
  • Datenschutz ignorieren: Werden sensible Firmendaten eingegeben, muss klar sein, wie das Tool diese verarbeitet. Claude & Co. lernen aus freien Eingaben zwar nicht in ihren Enterprise-Versionen, doch in kostenlosen Varianten könnten Daten theoretisch zum Modelltraining beitragen. Unternehmen sollten daher ggf. auf Business-Tarife mit garantiertem Datenschutz zurückgreifen oder heikle Details anonymisieren.

Zusammengefasst: Claude AI ist relevant, weil es Unternehmen – insbesondere auch KMUs – erlaubt, Wissensarbeit zu skalieren und komplexe Aufgaben schneller zu bewältigen. Gleichzeitig erfordert der erfolgreiche Einsatz etwas Planung und Qualitätskontrolle, damit die KI hilfreich statt „nur interessant“ ist. Im nächsten Abschnitt schauen wir uns konkret an, welcher KI-Assistent welche Stärken hat und wie man die passende Wahl für den eigenen Anwendungsfall trifft.

Vergleich: Claude vs. ChatGPT vs. Gemini – Unterschiede und Stärken

Die drei führenden KI-Assistenzsysteme – OpenAI’s ChatGPT, Anthropics Claude und Googles Gemini – haben jeweils eigenständige Profile. Es gibt nicht das eine „beste“ Modell, sondern jedes hat spezifische Stärken, abhängig von der Aufgabe. Hier der Überblick:

ChatGPT (OpenAI)

Ursprünglich bekannt geworden als der universelle Chatbot. Aktuell (Stand Ende 2025) basiert ChatGPT auf GPT-4 bzw. GPT-5 Modellen, die ein breites Allgemeinwissen und starke Sprachfähigkeiten besitzen. ChatGPT glänzt bei kreativen Texten, Brainstorming und Programmierung – es kann Code schreiben und debuggen und dank Plugins sowie einer großen Community gibt es unzählige Erweiterungen. Zudem bietet ChatGPT eine einfache Konversation per Sprache (Voice-Modus) und kann mit DALL·E 3 Bilder generieren.

Schwächen: Das Modell halluziniert mitunter Fakten mit großer Überzeugung und hat (im Standard-Chat) keinen direkten Zugriff auf Echtzeit-Daten. Die Kontextlänge lag Ende 2025 bei max. ~128K Tokens (ca. 300 Seiten) – viel, aber weniger als bei Claude/Gemini. Für kurze Antworten und kreativen Output ist ChatGPT oft erste Wahl, bei sehr langen oder sicherheitskritischen Aufgaben aber nicht immer.

Claude (Anthropic)

Claude zeichnet sich durch seine sorgfältige, tiefgehende Denkweise aus. Es wurde darauf optimiert, konsistente längere Texte zu verfassen und nuancierte Fragen besser zu verstehen. Insbesondere bei umfangreichen Dokumenten spielt Claude seine Stärke aus: Es kann standardmäßig 200.000 Tokens (~500 Seiten) Kontext verarbeiten und für Enterprise-Kunden sogar über 1 Million Tokens. Das bedeutet, man kann Claude ganze Dissertationen, Code-Repositories oder Regelwerke geben und erhält immer noch kohärente Auswertungen.

Claude fragt nach, wenn etwas unklar ist, und neigt weniger zu wilden Spekulationen – diese „Ehrlichkeit bei Unsicherheit“ reduziert Halluzinationen, insbesondere in sensiblen Bereichen. Außerdem ist Claude exzellent im Programmieren: Die neueste Version Claude Opus 4.5 gilt als weltweit bestes Coding-Modell mit Spitzenwerten in Software-Benchmarks (es erreicht z.B. ~80,9% im anspruchsvollen SWE-Bench-Test). Entwickler loben, dass Claude vage Vorgaben besser in Absichten umsetzt und logische Code-Änderungen konsistent durchführt.

Schwächen: Claudes Vorsicht kann dazu führen, dass es bei riskanten Themen etwas „defensiv“ reagiert – d.h. es liefert lieber keine oder sehr abstrakte Antworten, wo ChatGPT vielleicht konkreter (aber riskanter) wäre. Außerdem fehlen Claude einige der “Extras”: Es hat keine integrierte Bildgenerierung und weniger externe Plugins. Für viele Business-Aufgaben – vor allem langen Content, technische Dokus, Analysen – ist Claude jedoch hervorragend geeignet.

Gemini (Google DeepMind)

Gemini ist Googles neuestes KI-System und wurde von Anfang an auf Vielseitigkeit getrimmt. Die Stärke von Gemini liegt in der tiefen Google-Integration und Multimodalität. Praktisch bedeutet das: Gemini kann in einer Unterhaltung nahtlos zwischen unterschiedlichen Aufgaben springen – z.B. ein Bild analysieren, aktuelle Web-Suchergebnisse einbeziehen und dann aus beidem einen Text oder eine Präsentationsfolie erstellen.

Es kennt (bei entsprechendem Zugriff) deinen Google-Kalender, deine Drive-Dokumente, Gmail-Inhalte usw. und kann diese kontextuell nutzen. Für Nutzer, die ohnehin auf Google Workspace setzen, ist Gemini extrem zeitsparend, da die KI direkt in den bestehenden Tools mitarbeitet. Beispielsweise kann Gemini E-Mails basierend auf deinem Posteingang formulieren oder Termine vorschlagen, ohne dass du die App wechseln musst. In puncto Faktenwissen hat Gemini den Vorteil, Echtzeit-Informationen aus der Google-Suche abrufen zu können – d.h. es ist stets auf dem neuesten Stand, während ChatGPT/Claude auf ihren Trainingsstand (bzw. separate Browser-Plugins) beschränkt sind. Gemini bietet ebenfalls eine riesige Kontextlänge (bis 1 Mio. Tokens) in hohen Ausbau-Stufen.

Schwächen: Bei tiefer Logik und Kreativität erreicht Gemini (noch) nicht ganz die Tiefe von Claude oder die Einfallsreichheit von ChatGPT. Es fügt sich perfekt ins Google-Ökosystem, ist aber außerhalb davon weniger nützlich – wer z.B. kein Google verwendet, kann viele Stärken von Gemini gar nicht ausschöpfen. Zudem liegt der leistungsfähigste Modus (Gemini Ultra) nur in einem sehr teuren Abo vor.

Zusammenfassung der Anwendungsbereiche

Claude punktet bei langen, komplexen Texten und gründlicher Analyse, ChatGPT bei kreativen Dialogen und Coding-Sprints, und Gemini bei aktueller Info-Suche und nahtloser Integration in bestehende Arbeitsabläufe. Diese Unterschiede führen dazu, dass verschiedene Berufe unterschiedliche Favoriten haben.

  • Beispiel Jurist: Profitiert enorm von Geminis Millionen-Token-Kontext bei der Prüfung hunderter Seiten Vertragstexte.
  • Beispiel Software-Entwickler: Hat beim Debugging komplexer Bugs mit Claude (Code-Optimierung + detaillierte Logik) einen Vorteil.
  • Beispiel Forschungsteam: Schätzt ChatGPT’s bzw. GPT-5’s abstraktes Denkvermögen bei der Suche nach neuen Lösungsansätzen.

Je nach „Job-to-be-done“ kann also ein anderes KI-Tool die Nase vorn haben – oder man kombiniert sie geschickt.

Entscheidungs-Checkliste: Welcher KI-Assistent passt zu meinem Bedarf?

Wenn Du vor der Wahl stehst (Claude vs. ChatGPT vs. Gemini), helfen folgende Kriterien bei der Entscheidung:

  • Aufgabentyp & Inhalt: Überlege, wofür die KI primär eingesetzt werden soll. Für kreative Texte, Marketingideen oder Prototyping ist ChatGPT sehr produktiv und liefert viele Ansätze in kurzer Zeit. Für lange Zusammenfassungen, komplexe Analysen oder technische Berichte ist Claude stark, da es über viele Seiten konsistent bleibt. Für aktuelle Daten, Web-Recherche oder die Analyse von Bildern und Videos ist Gemini dank Live-Suche und Multimodalität besonders geeignet.
  • Bestehende Tools & Integration: Arbeitet dein Team mit Google Workspace, fügt sich Gemini nahtlos ein und kann direkt in Docs Texte erzeugen oder in Sheets Daten auswerten. Bei eigener Software oder speziellen Workflows sind Claude und ChatGPT flexibler, da beide offene APIs und zahlreiche Integrationen bieten. Claude lässt sich über AWS oder in eigene Apps einbinden, ChatGPT über ein breites Plugin-Ökosystem und die OpenAI-API. Für Slack-Nutzer ist relevant, dass Claude direkt in Slack verfügbar ist, inklusive einer neuen Claude-Code-Funktion für Entwickler. Auch OpenAI und GitHub integrieren KI-Bots in Team-Chats.
  • Datenzugriff & Sicherheit: Überlege, welche Daten verarbeitet werden. Bei öffentlichen Informationen besteht wenig Risiko. Bei Firmen-, Kunden- oder vertraulichen Daten ist strenger Datenschutz nötig. Claude Enterprise und ChatGPT Enterprise bieten Compliance-Zertifikate, keine Trainingsnutzung der Prompts und Optionen zur regionalen Datenhaltung. Gemini nutzt die Sicherheitsstandards der Google-Cloud. Prüfe, ob ein Business-Tarif erforderlich ist, um Datenabfluss zu vermeiden. In Pro-Versionen sind Eingaben zwar vertraulich, können aber zur Modellverbesserung genutzt werden. Faustregel: Sensible Daten nur in Enterprise-Lösungen oder gar nicht eingeben.

Entscheidungs-Checkliste: Kostenvergleich und Team Akzeptanz

  • Budget & Nutzungsumfang: Alle drei Anbieter haben kostenlose Grundversionen, aber für intensivere Nutzung oder volle Leistungsebene kommt man um ein Abo nicht herum. ChatGPT Plus kostet ca. 20 $/Monat, Claude Pro ebenfalls 20 $/Monat und Gemini ist über Google AI Premium für 19,99 $/Monat erhältlich – hier sind die Unterschiede gering. Team-Lizenzen für Unternehmen liegen meist um 25–30 $pro Nutzer/Monat (Claude Team, ChatGPT Team, Gemini Business). Große Unterschiede gibt es bei High-End-Angeboten: So bietet Anthropic Claude Max mit erweitertem Kontext und Priorisierung für >100$ monatlich, während Google ein Ultra-Paket (Gemini Ultra) für ~ 249 $/Monat im Programm hat. Diese richten sich aber an Power-User mit speziellen Anforderungen. Wichtig ist, das Preis-Leistungs-Verhältnis für euren Use-Case abzuschätzen: Wenn ein 20-$-Abo pro Monat einem Mitarbeiter z.B. 5 Stunden Arbeit erspart, ist das sehr gut investiert. Oft lohnt es sich, mit dem kostenlosen Plan zu starten und das Tool in echtem Arbeitsalltag zu testen, bevor man upgradet.
  • Team-Fähigkeiten & Akzeptanz: Zuletzt – wer wird mit der KI arbeiten und wie kommt das Team damit zurecht? Eine intuitive Oberfläche wie ChatGPT kann Vorteile haben, wenn Mitarbeiter wenig Einarbeitungszeit haben sollen. Claude punktet bei Nutzern, die vielleicht schon Erfahrung mit ChatGPT haben und jetzt die tieferen Analysen schätzen – die Umstellung ist gering, da Claude ähnlich benutzt wird, aber eben andere Stärken zeigt. Bei Gemini braucht man ggf. Google-Konten und etwas Verständnis, wie man die KI in Docs/Sheets aufruft, was für Google-affine Teams aber schnell gelernt ist. Insgesamt sollten Entscheider ihren Teams Orientierung bieten, welches Tool wofür gedacht ist. Dadurch nutzt jeder die KI bewusster und effektiver (anstatt dass z.B. alle nur ChatGPT verwenden, selbst wenn Claude oder Gemini im Einzelfall besser wären).

Praxisbeispiele: Wie Unternehmen Claude, ChatGPT & Gemini einsetzen

Beispiel 1: Marketing & Kreativität

Ein Marketing-Team in einem mittelständischen Unternehmen nutzt ChatGPT für schnelle Brainstormings und Textentwürfe. Für eine neue Kampagne liefert ChatGPT innerhalb von Minuten kreative Slogan-Ideen und Social-Media-Postings. Die gleiche Abteilung verwendet Claude, um längere Whitepaper und Reports zu erstellen – Claude hilft dabei, einen einheitlichen Ton und roten Faden über Dutzende Seiten beizubehalten. Bei Bedarf kann Claude auch 300-seitige Branchenstudien der Konkurrenz lesen und in einer 5-Seiten-Zusammenfassung die wichtigsten Punkte herausarbeiten. So sparen die Mitarbeitenden viel Zeit bei Recherche und Contenterstellung.

Beispiel 2: Software & IT-Team

In der Entwicklungsabteilung eines Start-ups ist Slack das tägliche Kommunikations-Tool. Dank einer neuen Integration können die Entwickler jetzt Claude direkt in Slack ansprechen, um Coding-Aufgaben zu erledigen. Taucht ein Bug im Chat auf, taggt man @Claude unter der Fehlermeldung – Claude liest den Gesprächskontext (Logs, Entwickler-Diskussionen) mit und startet im Hintergrund eine Claude Code Session. Es schreibt dann z.B. einen Fix oder zumindest einen Vorschlag und postet das Ergebnis zurück in den Slack-Thread, inklusive eines Links zu einem fertigen Pull-Request. Das gesamte Team kann live verfolgen, wie der KI-Assistent den Code bearbeitet. Ergebnis: Weniger Kontextwechsel für die Developer und schnellere Lösung simpler Probleme. (Ähnliches hat GitHub mit Copilot in MS Teams realisiert und auch OpenAI bietet Codex für Slack an – es ist ein klarer Trend hin zu “KI dort nutzen, wo wir sowieso arbeiten”.)

Beispiel 3: Research & Analyse

Eine Unternehmensberatung (KMU) setzt bei Research-Aufträgen alle drei KI-Tools parallel ein. Für einen Kundenbericht zu neuesten Markttrends 2025 nutzt das Team Gemini, um Live-Daten zu erhalten: Gemini durchsucht aktuelle News und Marktberichte und erstellt direkt in Google Docs eine Zusammenfassung mit aktuellen Zahlen (dank Anbindung an Google Suche und die firmeneigenen Drive-Dateien). ChatGPT kommt ins Spiel, um kreative Formulierungen und ansprechende Metaphern für die Präsentation zu finden – etwa Vorschläge für eingängige Überschriften oder Bildideen. Anschließend wird Claude darauf angesetzt, den finalen 30-seitigen Bericht auf Konsistenz und Logik zu prüfen. Claude entdeckt dabei Widersprüche in den Empfehlungen und schreibt einen Abschnitt um, sodass die Argumentation nun durchgehend stimmig ist. Durch diesen orchestrierten Einsatz sparen die Berater enorm Zeit, ohne auf Qualität zu verzichten. Jeder KI-Assistent wurde genau da eingesetzt, wo seine Stärke liegt.

FAQ – Häufige Fragen zu Claude und den Alternativen

Was bedeutet „Claude von Anthropic“ genau?

Claude ist der Name des KI-Assistenten, Anthropic der Firmenname dahinter. Anthropic (gegründet von ehemaligen OpenAI-Teammitgliedern) hat Claude entwickelt, um einen sicheren, zuverlässigen Chatbot für komplexe Aufgaben bereitzustellen. Man kann sich Claude als „den nachdenklichen Cousin von ChatGPT“ vorstellen – gleicher Grundtyp (ein großes Sprachmodell), aber mit bewusst eingebauten Regeln für hilfreiches und verantwortungsvolles Verhalten.

Unterstützt Claude auch Deutsch und andere Sprachen?

Ja. Claude wurde multilingual trainiert und zeigt in vielen Sprachen eine nahezu muttersprachliche Kompetenz. Interne Tests von Anthropic zeigen z.B., dass Deutsch bei Claude ~97% der englischen Leistungsfähigkeit erreicht – ein sehr hoher Wert. Du kannst Claude also problemlos auf Deutsch nutzen (oder in jeder anderen gängigen Sprache); es erkennt normalerweise die Eingabesprache automatisch. Für präzise Ergebnisse empfiehlt Anthropic, die gewünschte Sprache im Prompt anzugeben und auf idiomatische Formulierungen hinzuweisen – dann klingen die Antworten so, als kämen sie von einem Native Speaker.

Wie sicher ist Claude im Umgang mit Firmendaten?

Grundsätzlich gilt Claude als sehr bedacht und sicherheitsorientiert. Die Constitutional AI -Vorgaben sorgen dafür, dass Claude bei heiklen Themen eher zurückhaltend reagiert und Warnhinweise gibt. Für den Schutz eurer Daten bietet Anthropic spezielle Pakete: Claude Enterprise verspricht, Eingabedaten nicht zum Training zu verwenden, und ist SOC 2 Type II zertifiziert (wichtiger Sicherheitsstandard). Ähnliches bietet ChatGPT Enterprise (keine Nutzung der Prompts für KI-Training, SOC 2, ISO 27001 etc.). Wichtig: Nutzt ihr nur die Gratis- oder Pro-Version im Web, solltet ihr keine vertraulichen Originaldaten eingeben. Zwar gab es bisher keine bekannten Datenlecks bei Claude oder ChatGPT, aber bei Cloud-KI ist immer Vorsicht geboten. Wählt also für den geschäftlichen Einsatz am besten Business-/Enterprise-Angebote, haltet eure IT-Richtlinien ein und anonymisiert sensible Inhalte, wo möglich.

Was kostet Claude AI?

Claude gibt es gratis in einer beschränkten Version (limitiertes Prompt-Volumen pro 3-Stunden-Fenster, ähnlich wie ChatGPTs kostenloser Modus). Für Volllast-Nutzung bietet Anthropic Claude Pro für ca. 20 $ pro Monat an – damit erhält man schnelleren Zugriff, höhere Limits und priorisierten Support. Zum Vergleich: ChatGPT Plus kostet ebenfalls 20 $/Monat, und Google Gemini war Ende 2025 in ähnlicher Größenordnung über Google One Premium (~ 19,99 $/Monat) erhältlich. Für Unternehmen gibt es Team- und Enterprise-Pläne: z.B. Claude Team für ~25 $/User und Monat, ChatGPT Business für ~25 $/User (jährlich), oder Gemini als Add-on für Google Workspace (~20–30 $/User). Diese Pakete bieten dann erweiterte Funktionen (größere Kontexte, Administrations-Tools, Sicherheit). High-End-Modelle können deutlich teurer sein – Anthropic hat ein Claude Max Paket (>100 $) und Google ein Gemini Ultra Abo (~250 $/Monat) mit 1-Million-Token-Kontext. Für die meisten KMUs dürfte aber ein Standard-Pro-Abo völlig ausreichen, um einen großen Mehrwert zu erzielen.

Kann Claude auch mit Bildern oder Videos umgehen?

Bilder ja, Videos nein. Claude kann Bilddateien als Input erhalten (z.B. Diagramme, Screenshots, Fotos) und dann erklären oder analysieren, was darauf zu sehen ist. Es ist besonders gut bei klaren, strukturierten Grafiken wie z.B. technischen Zeichnungen, Schaubildern, Diagrammen – hier liefert es präzise Beschreibungen. Eigenständig generieren kann Claude keine Bilder; auch für Videoanalyse fehlt ihm die eingebaute Fähigkeit. ChatGPT (mit GPT-4 Vision) hingegen akzeptiert ebenfalls Bilder als Input und kann sie beschreiben. Zudem hat ChatGPT über DALL·E 3 die Möglichkeit, selbst Bilder zu erstellen oder zu bearbeiten. Google Gemini wurde direkt multimodal entwickelt – es kann also von Haus aus Bilder, Audio, Code und Videos interpretieren. Tatsächlich ist Gemini darauf ausgelegt, z.B. Diagramme zu analysieren oder Daten aus Screenshots zu ziehen und all das in seine Antworten einfließen zu lassen. Kurzum: Für rein textbasierte Aufgaben reichen Claude und ChatGPT völlig aus. Soll auch visueller Content verarbeitet werden, hat Gemini (und teilweise ChatGPT) die Nase vorn.

Wird Google “Gemini” anders verwendet als ChatGPT oder Claude?

Ja, etwas. ChatGPT und Claude haben ihre eigenen Web-Apps (chat.openai.com bzw. claude.ai), wo man die KI direkt chatartig nutzen kann. Gemini hingegen tritt vor allem integriert in Erscheinung: Als Teil der Google Suche (Labelfunktion “KI-Chat” in Suchergebnissen) oder innerhalb von Google Workspace-Apps unter dem Produktnamen “Duet AI”. Im Februar 2024 hat Google seinen Chatbot Bard in „Gemini“ umbenannt und die KI-Funktionen vereinheitlicht. Ende 2025 konnte man Gemini z.B. über die Google App (als „Gemini – Advanced AI“) oder in Gmail/Docs nutzen, wenn man das entsprechende Abo oder die Labs aktiviert hat. Für Entwickler bietet Google die PaLM API / Vertex AI an, wo Gemini-Modelle ebenfalls verfügbar sind. Kurz gesagt: Während man bei ChatGPT/Claude bewusst “zur KI geht”, kommt bei Gemini die KI in die bereits genutzten Google-Tools – was Vor- und Nachteile hat (siehe oben).

Fazit

Claude von Anthropic ist ein mächtiges Werkzeug für Unternehmen, um die wachsende Flut an Informationen zu bändigen und qualitativ hochwertige Inhalte schneller zu erstellen. Im direkten Vergleich mit ChatGPT und Gemini zeigt sich: Es kommt sehr darauf an, was man tun möchte. Oft ist sogar ein Kombinations-Ansatz sinnvoll – genau wie man für verschiedene Aufgaben unterschiedliche Mitarbeiter mit Spezialwissen einsetzt, kann man auch die KI-Assistenten je nach Stärke einsetzen. Das Ziel ist nicht, einen Gewinner zu küren, sondern das beste Teamplay zwischen Mensch und KI zu finden. Wenn das gelingt, profitieren gerade KMUs von enormen Effizienzgewinnen und neuen Möglichkeiten, die vor kurzem noch undenkbar waren.

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